Der Evangelische Buchpreis ist ein Leserpreis. Gesucht werden Bücher, die dazu anregen über uns, unser Miteinander und das Leben mit Gott neu nachzudenken.

Preisträgerin 2019

Evangelischer Buchpreis 2019 für das Sachbuch "Heimat"

Mit dem Evangelischen Buchpreis 2019 wird die Autorin Nora Krug für ihr Buch „Heimat“ (Penguin, 2018) ausgezeichnet. Diese Entscheidung gab der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals Landesbischof Ralf Meister bekannt. Er dankte der Jury, die das Buch aus 99 Vorschlägen von Leserinnen und Lesern ausgewählt hat.

In der Begründung der Jury heißt es:

Was für ein Buch! Eine kiloschwere, fulminante und faszinierende Bild- und Wortwelt saugt den Leser, die Leserin in eine Familiengeschichte. Eine persönliche Spurensuche unter dem Titel „Heimat - Ein deutsches Familienalbum“.

Was bedeutet es, eine Deutsche zu sein? Nora Krug Erinnerungsbuch ist ein persönliches graphic Memoire, welches schmerzliche Identitätsfragen offenbart. Nora Krug wohnt seit Anfang des Jahrhunderts in New York und spürt den Verstrickungen ihrer Familie in die Geschichte des Dritten Reichs nach. Sie recherchiert in Archiven, sichtet Familienfotos, befragt „verschollene“ Verwandte und skizziert Objekte, die symbolisch für eine vergangene Zeit stehen. In diese großartig gezeichnete und beschriftete Collage webt sie Deutungen und Interpretationen ein, die helfen zu verstehen, was gewesen ist.

Das Ergebnis ihrer Suche ist ein Buch, das wie ein handgeschriebenes Album wirkt. Die Autorin, die Professorin für Illustration ist, hat mit dem Material, das sie gefunden hat, sowie mit eigenen Illustrationen ein Bilderbuch gestaltet, das einen sehr persönlichen Blick auf das Leben im Nationalsozialismus und in den Kriegsjahren wirft und auf diese Weise anschaulich einen Zugang zu dieser Geschichte ermöglicht.

Das Buch regt an, sich die eigene Familiengeschichte bewusst zu machen, informiert über die deutsche Geschichte im vergangenen Jahrhundert und reizt seine Leser und Leserinnen, die Frage: „Was ist Deutsch?“ für sich selber zu beantworten. Heimat gibt es nicht „objektiv“. Heimat erschließt sich persönlich in der Begegnung mit der eigenen Familiengeschichte. Sie taucht auf im Blick auf die Orte der Kindheit, in Gegenständen, Worten und Gesten vertrauter Menschen.

Mit „Heimat“ ist es Nora Krug gelungen, ohne Kitsch und mit liebevoll kritischem Abstand ein anregendes und ansprechendes „deutsches Familienalbum“ zu schaffen.

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