Geschichte

Der Evangelische Buchpreis wird seit 1979 in wechselnden Sparten verliehen, seit 2011 ohne besondere Spartenkennzeichnung. Er ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern beruht. Vorschläge werden über Büchereien, per Post und über diese Internetseite eingesandt. Ausgezeichnet werden Bücher, die dazu anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. In der Jury arbeiten Mitarbeitende aus Mitgliedsbüchereien, aus Landesverbänden der evangelischen Büchereiarbeit, zwei Jugendliche aus der kooperierenden Landeskirche und die Geschäftsführung des Ev. Literaturportals zusammen. Der Evangelische Buchpreis ist mit 5000,- Euro dotiert. Er wird jährlich am Mittwoch vor Pfingsten an unterschiedlichen Standorten verliehen.

Preisverleihung

Preisverleihung 2003 an Ralf Rothmann im Kaisersaal der Stadt Frankfurt

25 Jahre Evangelischer Buchpreis

Im Mai 2003 wurde der Evangelische Buchpreis zum 25. Male verliehen. Anlässlich dieses Jubiläums gab der Deutsche Verband Evangelischer Büchereien die Jubiläumsschrift "Literatur im Gespräch - 25 Jahre Evangelischer Buchpreis" heraus. Darin charakterisiert der damalige Ratsvorsitzende Präses Manfred Kock den Preis in seinem Grußwort.

„In einer Mediengesellschaft hängt die Urteilsfreiheit des einzelnen an seiner Lesekompetenz. Schon die Reformatoren verfolgten darum dieses Bildungsziel, damit jeder Christenmensch die Heilige Schrift eigenständig lesen und verstehen kann.

Im Deutschen Verband Evangelischer Büchereien wird Lesekompetenz als eines der Markenzeichen des Protestantismus sorgfältig und nachhaltig gepflegt.

Alljährlich erbittet der Verband über seine Mitglieder um Vorschläge von Leserinnen und Lesern für den Evangelischen Buchpreis. Durch dieses breite Auswahlverfahren unterscheidet sich dieser von anderen "Experten"-Preisen im Literaturbetrieb. Der Evangelische Buchpreis fördert so zwar auch literarische Talente, vor allem aber die Lesekultur als "Breitensport". Die ausgezeichneten Bücher in den vergangenen 25 Jahren waren stets gute Empfehlungen von Lesenden für Lesende. Zahlreiche ehrenamtlich Mitarbeitende aus evangelischen Gemeinde-und Patientenbüchereien waren daran beteiligt.

In einem Vierteljahrhundert haben sich unsere Gesellschaft und ihre Feiertags- und Alltagskultur, aber auch unsere Kirche verändert. Die Themen und Strömungen, die diesen Wandel widerspiegeln, finden ihren Niederschlag auch in den mit dem Evangelischen Buchpreis seit 1979 prämierten Werken. Der Umgang mit sich selbst und den anderen, die Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit, der Wandel der Geschlechterrollen, die Lebensgeschichten von Persönlichkeiten der Zeitgeschichte - all das findet sich im Stoff der herausgehobenen Bücher, die neben ihrer künstlerischen oder fachlichen Qualität zusätzlich auszeichnet, dass sie im Umfeld evangelischer Gemeindebüchereien nachweislich gerne und mit Gewinn gelesen werden. Seit 1998 gehören auch Kinder-  und Jugendbücher zur Palette der vom DVEB ausgezeichneten Werke; eine wichtige Neuerung angesichts der Bedeutung, die das Lesen für die geistige und seelische Entwicklung junger Menschen hat.

Ich gratuliere darum zur 25. Verleihung des Evangelischen Buchpreises nicht nur dem diesjährigen Preisträger Ralf Rothmann, sondern auch dem DVEB sehr herzlich und danke den Mitgliedern der Jury für ihre sorgfältige und kompetente Arbeit. Besonders dankbar aber bin ich für das Engagement der vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden im Evangelischen Bibliothekswesen.

Präses Manfred Kock
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
Mai 2003